Spindst Du?
Entwicklung von Motion Design-Elementen für die Maturaausstellung an der dieGraphischen in Wien.
Die guten alten Zeiten
Zum Abschluss unserer 5-jährigen Ausbildung an der Höheren Technischen Lehranstalt für Mediendesign stand eine Ausstellung mit den besten Arbeiten der letzten Jahre an – wie üblich für Abschlussklassen. Die Klasse teilte sich in vier Gruppen auf. Während sich die meisten Mitschüler·innen um die technische und grafische Umsetzung sowie den Ausstellungsaufbau kümmerten, übernahm ich gemeinsam mit Can Denzer, Eren Puke und Bernhard Riedl das Animationsteam. Unser Ziel: Material für audiovisuelle Werbekanäle sowie Bumper, Trailer und Videowände zu entwickeln. Dabei arbeiteten wir eng mit dem Designteam zusammen, um maximale visuelle Konsistenz zu erreichen.
Die Schüler·innen
Schon früh war uns klar, wo der Fokus liegen würde: bei den Schüler·innen selbst. In den letzten 5 Jahren hatten wir uns alle einen Namen gemacht – jede·r mit besonderen Eigenarten, für die man bekannt war. In kurzen Clips, die ein wesentlicher Teil der visuellen Kommunikation werden sollten, baten wir unsere Mitschüler·innen um spontane Improvisationen, die sowohl spontan sein als auch auf Ereignisse der letzten Jahre anspielen konnten.

Animation!
Für die Bewerbung der Ausstellung entwickelten wir einen 30-Sekunden-Trailer, in dem alle Schüler·innen auftreten und die visuellen Elemente in voller Pracht gezeigt werden. Der Soundtrack ist ein Cover von »the future is now« von Griz. Wir entschieden uns für eine selbst produzierte Cover-Version, um akustische Konsistenz mit anderen Videoelementen zu erreichen – zum Beispiel den Bumpern. Die Bumper waren tatsächlich der größte Arbeitsblock dieses Projekts. Fast 50 Projekte mussten mit Vorspännen ausgestattet werden, die den Betrachter·innen Creator (Schüler·innen), Titel, Produktionsjahr und Kategorie des jeweiligen Projekts vorstellen. Da wir auch mit nachträglichen Änderungswünschen rechnen mussten, entwickelten wir ein Skript, das mit Hilfe von After Effects-Expressions die Eingabewerte eines Online-Formulars in die jeweiligen Kompositionen einfügte und automatisch in die Render-Queue einreihte. Für die vier Kategorien Animation, Fotografie, Video & Film sowie Illustration entwickelten wir jeweils einzigartige visuelle Stile. Diese stilprägenden Snippets wurden in die entsprechenden Bumper eingefügt, um visuell zu kommunizieren, welcher Kategorie der folgende Inhalt angehört.




Neben Trailer und Bumpern produzierten wir auch Content für eine Videowand. Ein Rahmen mit Clips von Schüler·innen wanderte über den 4K-Bildschirm – nach Art des DVD-Player-Bildschirmschoners. Dabei wurden Informationen wie Zeitrahmen und Ort der Ausstellung kommuniziert.
Die finale Ausstellung
Die Ausstellung fand in leeren Spindblöcken unserer Schule statt. Der Spind ist schließlich der einzige private Raum, der Schüler·innen während der Schulzeit zur Verfügung steht. Ein Spind sagt viel über eine Person aus – ähnlich wie das eigene Zimmer. Am Ende unserer Schulzeit wollten wir die Türen unserer Spinde für alle öffnen und zeigen, wie wir uns während der Schuljahre entwickelt hatten. Der Inhalt, den jede·r Schüler·in selbst kuratieren konnte, wurde auf in die Spinde eingebauten Tablets präsentiert.
Credits
Dieser Teil des Projekts entstand in Zusammenarbeit mit Can Denzer, Bernhard Riedl und Eren Puke. Besonderer Dank gilt den Betreuern Bernhard Comploj, Philipp Mold, Andreas Pawlik und Maik Perfahl. Diese Installation wurde von Samsung gesponsert.
