Design with a Purpose
Gestaltung einer Ausstellung bei der ersten Wiener Klimabiennale mit über 20 Designs der Kreislaufwirtschaft.

Über die Ausstellung
Die Ausstellung »Design with a Purpose«,, beauftragt von VIENNA DESIGN WEEK für die erste Wiener Klima-Biennale., fand in umfunktionierten Hallen der Österreichischen Bundesbahnen statt. Die Ausstellung zeigt über 20 Beiträge in den Kategorien »Geschichten erzählen«, »Verbindungen neu denken« und »Verantwortlich produzieren«.
Die Rolle des Designs
Design, das Gestalten von Produkten, spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung unserer umweltschädlichen Konsumgewohnheiten. Doch die Arbeit von Designer·innen kann auch ein Schlüssel zu einem ökologisch und sozial nachhaltigen Lebensstil sein. »Design with a Purpose« zeigt Beispiele, wie Design Verantwortung übernehmen kann.
Wege zur Nachhaltigkeit
Die von »Design with a Purpose« präsentierten Objekte und Projekte zeigen Wege auf, respektvoll mit Materialien, Energie und Menschen umzugehen, ohne auf Ausbeutung zu setzen. Sie erzählen Geschichten und schaffen Verbindungen, statt nur zu oberflächlichem Konsum einzuladen. Sie fordern bestehende Systeme mit frischen Lösungen heraus – alles bei gleichzeitigem Fokus auf Ästhetik und Funktionalität. Von Alltagsgegenständen bis hin zu Handwerk und Lebensmittelbereich bringt »Design with a Purpose« über 20 Positionen zusammen, die im Kontext der VIENNA DESIGN WEEK entwickelt wurden. Ohne den Anspruch zu erheben, eine Lösung für die Klimakrise zu präsentieren, zeigen die gezeigten Beispiele, dass Design verantwortungsvoll, nachhaltig und inspirierend sein kann.
Raumnutzung
Wir erhielten den Auftrag für die Ausstellungsgestaltung und die grafische Gestaltung. Der Schauplatz war eine alte Lackiererei, geprägt von rhythmisch platzierten Neonröhren und zwei großen langen Rastern, die entlang des Raums verliefen. In der konzeptionellen Phase beschlossen wir, in unserer Gestaltung auf den Raum zu verweisen und den Raum zum Träger der Ausstellungsobjekte zu machen, ohne ihm seinen ursprünglichen Charakter zu nehmen. Dafür entwickelten wir ein Rastersystem, das die vorhandenen Raster visuell extrudierte und sie modular in den Raum hineinwachsen ließ.

Modulare Gestaltung
Die Gestaltung nahm Form in Modulen an. Jedes Modul funktionierte sowohl als Sockel als auch als Träger für Peripheriegeräte wie Beleuchtung und Informationsschilder. Neben freistehenden Modulen mit Höhen von 40 und 80 cm gab es L-förmige Tische, die 90 cm hoch und deutlich länger waren und einseitig an der Wand montiert wurden. Ihr Format von 1:2 ermöglichte es, diese Module ideal zu komplexeren Landschaften anzuordnen. Durch geschickte Platzierung der Module im Raum erreichten wir eine Aufteilung in Themenbereiche und eine Art Rundgang, der zwar wiederholt offen blieb, um freie Bewegung im Raum zu ermöglichen, dennoch eine gewisse Richtungsführung schuf, um die Rezeption zu erleichtern.


Konstruktion und Anpassbarkeit
Diese Module wurden aus quadratischen Stahlrohren mit passenden Eckverbindern zusammengesetzt. Verstellbare Füße sorgten für korrekte Ausrichtung auf dem beschädigten Industrieboden. Maßgefertigte Halterungen befestigten verzinkte Stahlraster an den Stahlrahmen, die visuell auf die am Boden verwiesen. Diese Raster bildeten ein neues Raster, für das wir eigene Beschläge entwarfen und produzierten, die es ermöglichten, die Informations- und Beleuchtungsebene sowie andere Add-ons wie Kopfhörerhalter und Bildschirmhalterungen einfach und modular hinzuzufügen.



Grafikdesign-Elemente
Wir spielten auch bei der Gestaltung der Grafikdesign-Elemente mit dem Charakter der Lackiererei. Bei unserer Besichtigung bemerkten wir bunte Farbspritzer an den Wänden, wahrscheinlich vom Testen der Spritzpistolen. Wir codierten die Themenbereiche »Geschichten erzählen«, »Verbindungen neu denken« und »Verantwortlich produzieren« in Grundfarben. Im Zentrum dieser Bereiche klebten wir bewusst große Plakate an die Wände, die den Farbspritzern ähnelten, mit stilisierten Verläufen in den jeweiligen Kategorienfarben. Kleinere Schilder, die die einzelnen Objekte beschrieben, zeigten ebenfalls Verläufe in diesen Farben und machten die Zuordnung der Projekte einfach. Das große Übersichtsplakat, ebenfalls an die Wand geklebt, enthielt Farbverläufe aus allen drei Kategorien.


Reflektierende Elemente
Um ein kontrastierendes Element hinzuzufügen, führten wir sieben kugelförmige Spiegel in verschiedenen Größen und Ausführungen ein. Diese Spiegel, manche bis zu einem Meter im Durchmesser, wurden zu beliebten Foto-Spots. Durch ihre konvexe Form erschien natürlich die gesamte Ausstellung in jedem aufgenommenen Foto. Konzeptionell spielten sie mit der Idee der Reflexion in einem Raum, wo Design eingeladen wird, sich selbst kritisch zu betrachten. Das stringente lineare Raster des Raums, abgeleitet von den gefliesten Wänden, der rhythmischen Anordnung der Lampen und den gerade verlegten Leitungen, wurde von den Spiegeln gestört, die deutlich andere Elemente waren. In ihren Reflexionen existierte keine einzige gerade Linie.
Credits
Eine Ausstellung der VIENNA DESIGN WEEK im Auftrag der Wiener Klima-Biennale. Ermöglicht durch den Klima- und Energiefonds.
Kuratierung: Gabriel Roland
Zusätzliche Kuratierung: Alexandra Brückner, Laura Winkler, Studio Vandasye
Ausstellungsgestaltung: Designkollektiv Gemeinde-Bau (Max Kure, Leo Mühlfeld, Anton Posch)
Projektleitung: Alexandra Brückner
Teilnehmer·innen
Assembly of Technologies for Material Transformation through Fire
Johanna Seelemann / Pyrarium
Children's Table Children's Choice
überkochen e.V. / GOURMET Kids
Circular Design Rules 2.0
IDRV
CIRCULAR SHOWER
EOOS / Vöslauer
Das Fest des Wassers
Alexandra Fruhstorfer / Boehringer Ingelheim
FILL IT, Franzi.ist Goodgoods
Free To Reuse - Nachnutzung von Exportverpackungen
STUDIO RE.D / PAWEL PACKING & LOGISTICS
FUTURE CHIPS
EOOS 2022
GAIA - Compostable Object Series
Georg ADAM
inWASTEment glass
mischer'traxler studio
Klimadashboard: Daten & Fakten zur Klimakrise in Österreich
David Jablonski
LAUFEN save!
EOOS 2019
LICKING ROCKS STONE CUPS
simiaen.studio
Livin Farms "Hive Explorer" Insektenfarm für zu Hause
Katharina Unger
Membran - Stadt Vernetzen
Julia Habarda, Julia Hahnl, Frieda Teller und Tobias Kauer
Political Atmosphere
Felix Lenz
PUDDLE
ante up – Benedikt Stonawski & Hauke Unterburg
RAW CREAMER mini/regular
feinedinge porzellanmanufaktur gmbh
ROUGH
Jakob Glasner / Markus Well
Shaping residue
Christoph Wimmer-Ruelland
Tokens for Climate Care
Process – Studio for Art and Design OG
Trinkservice No.283 - Fortune - Editionen
Mark Braun / LOBMEYR
Wasteware
Barbara Gollackner
YOGI Hocker / Beistelltisch
ONE FOR HUNDRED