Credit Criminals
Entwicklung eines spekulativen Video-Essays über Social-Credit-Systeme und Nachhaltigkeits-Scoring in Österreich 2030.
Social-Credit-Systeme
Österreich, 2030. Der Staat erkennt die Umweltkrise an. Jede noch so kleine soziale Aktivität der Bürger·innen wird erfasst, um die Bevölkerung zu »wohlerzogenen« Bürger·innen zu erziehen und eine CO2-neutrale Gesellschaft zu erreichen. Unter diesen Bedingungen begegnen wir Tom Grolan – einem dreisten, erfolgreichen Geschäftsmann, der Millionen in der Ölindustrie verdient hat.
Während solche Systeme für uns noch undenkbar und geradezu dystopisch erscheinen, sind sie in anderen Ländern längst Realität. Menschen werden aufgrund ihres Online-Verhaltens systematisch sozial bewertet. Diese soziale Bewertung, die mit der bekannten Sterne-Bewertung beginnt, wirkt sich dann auch auf das reale Leben und zwischenmenschliche Beziehungen aus. Mit diesem Kurzfilm versuchten wir, ein solches Szenario für Österreich 2030 zu visualisieren und den Zuschauer·innen die Möglichkeit zu geben, sich frühzeitig mit diesem Thema auseinanderzusetzen.



Vienna Design Week
Nachdem wir das Projekt beim Angewandte Festival 2019 ausgestellt hatten, konnten wir es erneut bei der Vienna Design Week 2019 präsentieren. Für die Präsentation gestalteten wir ein Poster und installierten ein interaktives Extra. Um die Besucher·innen in unser Narrativ einzubeziehen, programmierte ich eine kleine Electronjs-App, die auf einem Raspberry Pi läuft und vor Ort installiert war. Die Besucher·innen konnten ihren eigenen Social-Credit-Score ausdrucken. Die zufällig generierte Social-Credit-Abrechnung ließ sie erleben, was es bedeutet, sozial beurteilt, belohnt oder sogar bestraft zu werden – einfach durch (erfundene) Lifestyle-Entscheidungen.


Credits
Mit Max Kure und Elena Platon. Entwickelt von Carmen Farr, Lucy Li und mir. Dieses Projekt wäre nicht möglich gewesen ohne die Hilfe von Bernhard Riedl, Can Denzer und dem DI Team.